Reboarder-Sitze

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Reboard-Sitz: Rückwärts ist sicherer

Zur Verbesserung der Sicherheitsstandards für Kinder werden seit einigen Jahren sogenannte Reboard-Sitze empfohlen. Worum es sich dabei handelt und was es beim Kauf zu beachten gibt, erklären wir Ihnen hier.

Was ist ein Reboard-Sitz?

„Reboarder“ ist ein Sammelbegriff für Kindersitze, die rückwärtsgerichtet, also entgegen der Fahrtrichtung, benutzt werden. Häufig kommt dieser Begriff auch für Babyschalen zum Einsatz, da Neugeborene darin grundsätzlich rückwärtsgerichtet transportiert werden. Der wichtigste Grund für dieses System ist der verbesserte Schutz der Halswirbelsäule im Fall einer Kollision.
Babyschale

Was macht das Reboard-System so sicher?

Köpfchen von Kindern sind im Vergleich zu Köpfen von Erwachsenen überproportional schwer und groß. Macht der Kopf von Erwachsenen im Schnitt lediglich 6 Prozent ihres Gesamtgewichts aus, sind es bei Kleinkindern bis zu 25 Prozent. Auch Nackenmuskulatur und Bänder sind noch nicht stark genug, um die sich im Wachstum befindliche Wirbelsäule zu schützen. Die bei einem Unfall entstehenden Kräfte wirken auf Kinder folglich anders ein als auf Erwachsene. Das kann bei unzureichender Sicherung gravierende Folgen haben. Während in einem klassischen nach vorne gerichteten Kindersitz das Verletzungsrisiko bei einem Crash um 60 Prozent sinkt, sind es bei einem Reboard-Sitz bis zu 90 Prozent.

Kindersitz in die Fahrtrichtung

Kindersitz in Fahrtrichtung
Sitzt oder liegt der Nachwuchs im Fall einer Frontalkollision – im Übrigen die häufigste Unfallart – in einem klassischen Autokindersitz, kann dies schon bei niedriger Geschwindigkeit Konsequenzen haben. Dabei fällt der Körper in die Gurte, das Köpfchen wird nicht weiter stabilisiert. Selbst bei einem Gewicht von nur wenigen Kilogramm wirken bereits große Kräfte auf das Kind. Auch Nackenmuskulatur und Bänder sind noch nicht stark genug, um die sich im Wachstum befindliche Wirbelsäule zu schützen. Dadurch steigt selbst bei Sitzen mit extra Kopfstütze die Verletzungsgefahr.

Kindersitz gegen die Fahrtrichtung

Reboarder gegen die Fahrtrichtung
Sitzt das Kind gegen die Fahrtrichtung in einem Reboarder-Kindersitz, wird sein Körper in den Reboard-Sitz gedrückt. Die bei einem Aufprall entstehenden Kräfte werden gleichmäßig auf den Rücken verteilt und der Kopf bleibt nahezu regungslos in Position. Durch das 5-Punkt-Gurtsystem und den Stützfuß werden Kind und Sitz weiter stabilisiert.

Wie installiert man einen Reboarder-Kindersitz?

Die Montage von Reboard-Sitzen ist nicht aufwendiger als die Befestigung herkömmlicher Kindersitze. Reboarder können entweder mit dem Fahrzeuggurt oder mittels Isofix im Auto befestigt werden. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, hat noch einmal die Wahl zwischen Reboarder-Kindersitzen mit integriertem Isofix und solchen Modellen, die auf einer Isofix-Station eingerastet werden. Weil Reboarder-Kindersitze mit ihrem Schwerpunkt über die Sitzfläche hinausragen, werden sie durch einen zusätzlichen Verankerungspunkt im Auto stabilisiert. Die meisten Reboarder sind dazu mit einem Stützfuß ausgestattet, der auf dem Fahrzeugboden aufsteht. Wichtig: Es dürfen sich keine Staufächer im Fußraum befinden! Auch die Befestigung mit einem Top-Tether ist möglich. Das ist ein spezieller Haltegurt, der im Kofferraumbereich des Fahrzeugs fixiert wird. Top Tether und Stützfuß verhindern das Kippen bzw. Drehen des Sitzes.

Sind Reboard-Sitze gesetzlich verpflichtend?

Als Neugeborene in Babyschalen und im frühen Kleinkindalter müssen Kinder rückwärtsgerichtet transportiert werden. Wie lange, hängt von der jeweiligen Sicherheitsnorm Ihres Kindersitz-Modells ab. Nach der neuen i-Size-Norm dürfen Kleinkinder frühestens ab 15 Monate nach vorne schauend sitzen. Nach ECE R129 ist das frühestens ab 9 kg Körpergewicht erlaubt. Sicherheitsexperten empfehlen allerdings, Kinder so lange wie möglich in Reboarder-Kindersitzen zu transportieren. Ab einem Alter von ca. vier Jahren haben sie die nötige Kraft, um ihr Köpfchen im Fall eines Aufpralls zu halten. Achten Sie also auf die Gewichts- bzw. Größenangaben für Ihren spezifischen Reboarder-Kindersitz, um herauszufinden, wie lange Ihr Kind darin sitzen darf!
Reboarder Kindersitz bis zum alter von 4 Jahren

Welcher Reboarder passt in mein Auto?

Ob ein Reboard-Sitz in Ihr Auto passt, kommt ganz auf das Fahrzeug-Modell an. Zwar gibt es zu jedem Reboard-Sitz eine Fahrzeugtypenliste, sie verrät aber nur, ob ein Sitz vorschriftsgemäß in einem Auto befestigt werden kann. Nicht geklärt ist damit, ob etwa bei vor- bzw. nach hinten geschobenem Beifahrersitz ein Sitzplatz verloren geht oder ob mehrere Kindersitze auf der Rückbank nebeneinander passen. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob Ihr Auto für das von Ihnen gewünschte Modell groß genug ist, lassen Sie sich am besten von unseren Experten in den österreichweiten Filialen beraten und probieren Sie den Einbau aus.

Wichtig ist auch die Frage, auf welchem Autositz Sie den Reboarder montieren möchten. Handelt es sich um ein Modell mit Isofix , muss auch der jeweilige Sitzplatz mit der speziellen Isofix Haltung ausgestattet sein – am Beifahrersitz ist das nur bei wenigen Autotypen der Fall. Bei Verwendung auf dem Beifahrersitz muss der Front-Airbag vorher deaktiviert werden!
 
Beratertipp
Reboarder mit Drehfunktion
Jeder, der schon mal ein Kind in einen Kindersitz gesetzt und darin angeschnallt hat, weiß, wie sehr man sich dabei oft verrenken muss. Vor allem bei kleinen, niedrigen Autos ist Akrobatik gefragt. Leichter und schneller klappt es mit einem um 180° oder sogar 360° drehbaren Reboard-Sitz. Den können Sie einfach Richtung Autotür drehen und größere Kinder sogar selbst ein- bzw. aussteigen lassen.
Drehbarer Reboard-Kindersitz

Nützliches Zubehör

Mit einem Reboarder-Spiegel kann man nicht nur während der Fahrt den Nachwuchs im Auge behalten, sondern auch zu größeren Kindern Blickkontakt herstellen. Vor allem auf längeren Autofahrten kann ein Sicherheitsspiegel hilfreich sein. Er lässt sich mit Gurten sicher an der Kopflehne des Rücksitzes fixieren, Winkel und Neigung können individuell eingestellt werden. Zum Schutz der Autositzbezüge sind Sitzunterlagen praktisch. Manche davon bewahren außerdem Spielzeug usw. griffbereit in Taschen auf.
Reboarder-Sitz in rückwärtsgerichteter Position

Reboard-Sitz kaufen

Mit der professionellen Beratung durch unsere Experten ist es gar nicht so schwer, einen passenden rückwärtsgerichteten Kindersitz zu finden. Kommen Sie daher am besten samt Auto und ggf. Kind in einem XXXLutz Möbelhaus vorbei, um verschiedene Modelle auszuprobieren. Egal ob Reboarder ohne Isofix oder mit, unser XXXL-Sortiment können Sie vorab schon mal in unserem Onlineshop entdecken – von Cybex Reboarder über Maxi-Cosi Reboarder bis hin zum 360° drehbaren Dualfix von Britax Römer. Informieren Sie sich auch über Kindersitz-Zubehör wie Gurtpolster, wenn Sie einen Reboard-Sitz kaufen. Damit wird für Ihre Sprösslinge selbst eine lange Autofahrt zu einer Reise erster Klasse!