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10 Fehler beim Kindersitz kaufen

Mit Kind im Auto unterwegs – dabei hat Sicherheit höchste Priorität. Umso wichtiger, die häufigsten Fehler bereits beim Kaufen des Kindersitzes – von der falschen Größe bis hin zum Vergessen der Schlafposition – zu vermeiden.

1. Die falsche Größe auswählen

Mit der ECE-Norm und der EU-Richtlinie i-Size gelten aktuell zwei Normen, die eine Einteilung von Kindersitzen nach Gewicht beziehungsweise Körpergröße der Kinder vornehmen. Grob gesprochen wird hier zwischen Babys, Kleinkindern und Kindern unterschieden. Eltern sollten laufend kontrollieren, ob der Sitz noch den Anforderungen des Nachwuchses gerecht wird oder ob ein Wechsel in die nächste Größe ansteht. Dabei sollte weder zu früh noch zu spät gewechselt werden. Denn ist der Sitz zu groß, wird das Kind bei Unfällen oder Ausweichmanövern nicht richtig festgehalten, was von Prellungen bis hin zu schweren Verletzungen führen kann. Zu groß soll er also nicht sein – zu klein aber auch nicht. Denn zu kleine Kindersitze sind nicht nur sehr ungemütlich, sie engen das Kind auch stark ein. Und auch das kann unterwegs im Straßenverkehr schnell nach hinten losgehen.

1 2 3 4 5 Schaut der Kopf Ihres Kindes über die Rückenlehne oder befinden sich die Schultern des Kindes 2 cm oberhalb der Öffnungen der Schultergurte, ist es Zeit für einen größeren Kindersitz. Das österreichische Gesetz schreibt vor, dass Kinder bis 150 cm Körpergröße oder 14 Jahren einen Kinder-sitz verwenden müssen. Danach reicht das klassische Angurten. Gruppe 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Gruppe 0+ Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Alter in Jahren Gruppe 0010kgNeugeborene bis 9 Monate Gruppe 0+013kgNeugeborene bis 15 Monate Gruppe 1918kg9 Monatebis 4,5 Jahre Gruppe 21525kg3 bis 6 Jahre Gruppe 32236kgbis 14 Jahre

2. Veralteten Sitz kaufen

Kindersitze fürs Auto findet man im Internet oft zu sehr günstigen Preisen. Es ist allerdings eine ganz schlechte Idee, hier zuzuschlagen, wenn der Kindersitz einen Aufkleber mit dem Vermerk „ECE-R44/01“ beziehungsweise „ECE-R44/02“ trägt. Aktuell zugelassen sind nämlich nur Sitze der Fassung „ECE-R44/03“, „ECE-R44/04“ und "CE-R 129“ (i-Size). Alle anderen gelten als veraltet und wer sie dennoch verwendet, riskiert neben einer Verwaltungsstrafe auch eine Vormerkung im Führerscheinregister. Bei der zweiten Vormerkung innerhalb von zwei Jahren wird der Besuch eines Kurses angeordnet, der die Wichtigkeit der richtigen Kindersicherung bewusst machen soll. Weitere Verstöße können sogar zur Entziehung der Lenkberechtigung führen.

3. In falschen sitz investieren

Wie kann ein Kindersitz per se falsch sein? Ganz einfach: Wenn er nicht in Ihr Auto passt. Und ja, solche (semi-universalen) Sitze, die nicht für alle Fahrzeugtypen geeignet sind, gibt es wirklich. Um herauszufinden, ob sie passen, muss extra in einer Typenliste des Kindersitzherstellers nachgesehen werden. Wer seiner Zeit ein wenig voraus sein möchte, investiert aber ohnehin in einen sogenannten Reboard-Sitz für Kinder (bis zu einem Alter von vier Jahren). Diese lassen sich nämlich – gleich wie Babyschalen für Neugeborene – gegen die Fahrtrichtung montieren. Vorteil: Bei einer Vollbremsung wird das Kind in den Sitz gedrückt und nicht nach vorne geschleudert. Obwohl Reboard-Sitze die sicherste Variante sind, werden sie derzeit nur empfohlen. Das wird sich aber vermutlich bald ändern. Denn in Ländern wie Schweden sind die rückwärtsgewandten Kindersitze jetzt schon Standard.

4. Auf eine Billigmarke setzen

Zugegeben: Beim Preis zu sparen ist immer verlockend. Der Autositz Ihres Kindes ist aber das denkbar ungeeignetste Produkt dafür. Denn hochwertige Kindersitze von Marken wie Maxi-Cosi, oder Cybex sind nicht nur um ein Vielfaches sicherer als solche von Billigherstellern. Sie bieten meistens auch mehr Komfort und Einstellungsmöglichkeiten.

Kindersitze von Maxi Cosi und Cybex (26)

5. Überteuerten Sitz kaufen

Er sollte kein Billigprodukt sein – aber es muss auch nicht überteuert sein. Viele Eltern glauben aber, dass teuer automatisch besser ist. Das ist nicht immer so. Einen guten und sicheren Kindersitz bekommt man bereits zum Preis von 100 bis 150 Euro.

6. Auf die Schlafposition vergessen

Oft vergessen Eltern beim Kindersitz Kaufen, dass Ihre Kleinen darin auch gerne mal einschlafen. Dabei schlummert so mancher Sprössling im Auto bekannterweise ja am besten – vorausgesetzt natürlich, der Sitz ist in eine bequeme Schlafposition verstellbar. Gerade bei billigeren Sitzen fehlt diese Möglichkeit allerdings des Öfteren. Klären Sie das also ab, bevor Sie sich endgültig für ein Modell entscheiden.

7. ECE-Prüfung, I-Size, Isofix & Co. missachten

Was Größe und optimale Gurtführung angeht, gibt es zwei EU-Normen, nach denen Sie sich unbedingt richten sollten. Die ECE-Norm nimmt das Gewicht des Kindes als Grundlage, die i-Size-Norm die Körpergröße. Außerdem haben alle auf Sicherheit geprüften und entsprechend zertifizierten Kindersitze das ECE-Prüfsiegel. Da heutzutage auch fast jedes Auto ISOFIX-fähig ist, sollte Sie auf jeden Fall auch schon beim Kauf selbst überprüfen, ob der Kindersitz diese Funktion unterstützt. ISOFIX bietet bezüglich der Befestigung sehr viele Vorteile und ist die aktuell sicherste Variante.

8. Ohne beratung kaufen

Um beim Kindersitzkauf nichts falsch zu machen, sollten Sie auf Empfehlungen und Kundenrezensionen hören – insbesondere dann, wenn Sie online kaufen. Noch besser informieren Sie sich aber im Shop vor Ort über die meist gekauften Produkte und nehmen eine ausführliche Beratung in Anspruch.

9. Sitz ohne Beisein des Kindes aussuchen

Letzten Endes wird Ihr Kind im Kindersitz sitzen – und das mehrere Jahre lang. Beziehen Sie Ihren Nachwuchs deshalb – so gut es eben geht – bereits beim Kauf mit ein. Denn Kinder wissen zwar nichts über Sicherheitsvorschriften oder eine angemessene Preispolitik. Aber sie wissen, ob sie gut sitzen (Probesitzen schadet natürlich nicht!) und freuen sich bei Farbe beziehungsweise Design mitreden zu dürfen. Schließlich sollen sich die Kleinen im Sitz ja wohlfühlen.

10. Glauben, man brauche keinen mehr

Kinder bis 14 Jahre (in Deutschland nur bis 12 Jahre) beziehungsweise bis zu einer Körpergröße von 1,35 Metern dürfen nur im Kindersitz im Auto mitfahren. Nur bei Kindern, die größer oder älter sind, kann darauf verzichtet werden. Viele Eltern steigen allerdings schon früher auf eine Sitzerhöhung um – ein Fehler. Denn: Der Kindersitz ist immer sicherer als die Sitzerhöhung. Auch dann noch, wenn dem Kind das Kind-sein „zu kindisch“ wird.

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