Von luxuriös bis pflegeleicht: Lederarten im Vergleich

Lederarten Vergleich
Ledercouch ist nicht gleich Ledercouch – denn während Dickleder zu den luxuriösesten, aber auch pflegeintensivsten Lederarten gehören, gibt es sowohl bei Glattleder als auch bei Rauleder verschiedene Qualitätsstufen. Spaltleder und Lederlook-Leder stellen kostengünstige Alternativen dar. Hier erfahren Sie, was die verschiedenen Lederarten auszeichnet!

Ledersofas

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1. Dickleder

Luxuriöse & einzigartige Lederart

Diese Lederart hat alles, was Leder können kann: Dickleder sind weich und anschmiegsam, reagieren sekundenschnell auf Körperwärme und bezaubern durch ihre einzigartige Optik – sie sind der Inbegriff für naturbelassene und luxuriöse Leder. Erst ab einer Stärke von 1,4 Millimetern spricht man davon, weshalb nur ausgewählte Spitzenhäute dafür verwendet werden können. Wer sich für diese Lederart entscheidet, sollte allerdings ein hohes Maß an Materialaffinität mitbringen, da sie sehr viel Aufmerksamkeit und Pflege erfordert.
 
  • Inbegriff von Luxusleder
  • Ausgewählte Spitzenhäute
  • Naturbelassen & atmungsaktiv
  • Temperatur- & feuchtigkeitsregulierend
  • Extra weich & anschmiegsam
  • Einzigartige Optik
  • Pflegeintensiv & sehr sensibel

2. Glattleder

Vielseitige & edle Lederart

Für Glattleder werden die Hautaußenseiten, die sogenannten „Narbenseiten“, verarbeitet. Optik und Haptik dieser Lederart können stark variieren – je nachdem, ob es sich um naturbelassene, leicht pigmentierte oder gedeckte Leder handelt.
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Lederarten Anilin

Naturbelassene Leder (Anilin)

Anilinleder werden ausschließlich im Fass gefärbt. So dringen Farbstoffe tief in die Poren ein, ohne sie dabei zu verändern oder abzudecken. Natürliche Hauteigenschaften bleiben bei dieser Lederart erhalten, weshalb Anilin-Leder besonders hochwertig sind. Gerade deshalb brauchen sie aber auch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und regelmäßige Pflege.
 
  • Naturbelassen & atmungsaktiv
  • Temperatur- & feuchtigkeitsregulierend
  • Weich & anschmiegsam
  • Pflegeintensiv
  • Licht- & schmutzempfindlich
Lederarten-Semi-Anilin.png

Leicht pigmentierte Leder (Semi-Anilin)

Wie Anilin-Leder sind auch Semi-Anilin-Leder im Fass vorgefärbt. Zudem wird diese Lederart aber mit einer leichten Pigmentierung der Oberfläche versehen. Dieser dünne Schutzfilm macht Semi-Anilin-Leder strapazierfähiger als naturbelassene Lederarten. Ihre atmungsaktiven und natürlichen Eigenschaften verlieren sie dabei dennoch nur leicht.
 
  • Robuster und reibechter als Anilin-Leder
  • Leicht schmutzabweisend
  • Dennoch atmungsaktiv, temperatur- & feuchtigkeitsregulierend
  • Anschmiegsam & weich
Lederarten: pigmentierter Leder

Pigmentierte Leder

Pigmentierte Leder werden mit Deckfarben überzogen, sodass Farbnuancen und andere Merkmale ausgeglichen sind. Außerdem wirkt die Farbe wie ein Schutzschild und sorgt für Reibfestigkeit, Lichtechtheit und Unempfindlichkeit. So eignen sich pigmentierte Leder und Lederarten zwar ideal bei intensiver Beanspruchung, sind aber nur wenig weich und kaum atmungsaktiv.
 
  • Robuster als Semi-Anilin
  • Reibfest, lichtecht & unempfindlich
  • Weniger weich
  • Kaum atmungsaktiv

3. Rauleder

Samtige & wilde Lederart

Anders als bei Glattleder wird für herkömmliche Rauleder in der Regel die Innenseite der Narbenhaut, die sogenannte „Fleischseite“, verarbeitet und angeschliffen. Erst dieses Anschleifen verleiht dieser Lederart ihren typisch samtartigen Charakter und ihren sympathisch weichen Griff. Man unterscheidet Nubuk-, Velours- und Wildleder.
 
Lederarten: Nubukleder

Nubukleder

Für Nubukleder werden die qualitätsvollen Hautaußenseiten verarbeitet und aufgeraut. So entsteht der typische „Schreibeffekt“, der sich durch Bürsten der Fasern zeigt. Wie Anilin-Leder sind Nubukleder sehr naturbelassen und hochwertig. Ihre Natürlichkeit macht diese Lederart aber auch pflegebedürftig und sensibel. Bereits nach kurzer Zeit beginnt sich die ledertypische Patina abzuzeichnen.
 
  • Leder mit dem „Schreibeffekt“
  • Naturbelassen & atmungsaktiv
  • Temperatur- & feuchtigkeitsregulierend
  • Pflegeintensiv
  • Licht- & schmutzempfindlich
Lederarten: Wildleder

Veloursleder & Wildleder

Für Veloursleder werden die Hautinnenseiten verarbeitet. Ihre Fasern sind deshalb gröber, aber auch robuster als bei Nubukledern. In ihren Eigenschaften stehen Veloursleder Nubukledern dennoch in nichts nach. Kleiner Hinweis: Veloursleder werden gerne mit Wildledern verwechselt. Diese Lederart darf aber nur dann so bezeichnet werden, wenn sie von frei lebenden Tieren stammt.
 
  • Gröbere Optik als Nubukleder
  • Robuster als Nubukleder
  • Atmungsaktiv & temperaturregulierend
  • Weich & anschmiegsam
  • Pflegebedürftig

4. Spaltleder & Lederlook

Kostengünstige, alternative Lederarten

Wenn Ihnen hochwertige Lederarten zu kostenintensiv oder zu sensibel sind, finden Sie in Form von Spaltleder oder des Lederlooks preisgünstige und pflegeleichte Alternativen: Spaltleder werden aus den unterschiedlichsten Hautschichten der Tiere gewonnen und weisen deshalb weniger ledertypische Merkmale auf, als hochwertige Lederarten aus den äußerten Hautschichten. Dementsprechend ist anzumerken, dass Spaltvelours im Vergleich kaum atmungsaktiv, nicht besonders reißfest und kaum temperaturausgleichend ist. Eine weitere preisgünstige Alternative zu Echtleder sind auch Polsterbezüge im Lederlook, die ganz stark im Trend liegen. Allerdings geht es hier "nur" um die elegante und edle Optik, die der von Echtleder ähnelt.